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Neues altes Junges Museum Frankfurt

Reisebericht

© HMF Stefanie Kösling
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Knapp 46 Jahre ist es her, da wurde im Saalhof in Frankfurt am Main das Kindermuseum gegründet. Die letzten zehn Jahre in die Hauptwache ausgelagert, feiert es jetzt als "Junges Museum Frankfurt" sein Comeback im Saalhof in unmittelbarer Nähe zum Historischen Museum und zum Frankfurter Römer. Wir haben unsere Kinder geschnappt und uns das Museum aus nächster Nähe angeschaut.

Der Eintritt ist schon mal absolut familienfreundlich: Erwachsene zahlen 4 Euro, Kinder kommen kostenlos hinein. An manchen Aktionstagen ist der Eintritt sogar gänzlich frei. Das durch ein großes orangefarbenes M* gekennzeichnete Museum ist auf drei Etagen des Bernusbaus innerhalb des Saalhofs untergebracht, und zwar auf den Ebenen 0, 2 und 3.

Die Ebene 0 im Gewölbekeller des Gebäudes beherbergt eine große Druckwerkstatt, die mit Originalteilen aus alten Frankfurter Druckereien ausgestattet ist. Die Kinder können hier u.a. mechanische Druckpressen und Setzschränke, gefüllt mit vielen verschiedenen Schriften, entdecken und live daran mitwirken, wenn kurze, selbstgestaltete Texte gesetzt und gedruckt werden. Zudem werden hier Papiere geschöpft; dabei werden in ehemaligen zinkenen Waschzubern verschiedene Papierbreie selbst angesetzt – ein großer Spaß für die Kinder, der sehr individuelle Papiere hervorbringt.

Wir begeben uns anschließend auf die Ebene 2, in der die Wechselausstellungen untergebracht sind. Zur Wiedereröffnung des Museums wird noch bis September 2018 auf die Geschichte der Museumsausstellungen eingegangen: Die Eröffnungsausstellung "WOW! Das Beste aus 45 Jahren Kindermuseum" ist ein Streifzug durch die Museumsgeschichte und zeigt einen Zeitstrahl, der mit Fotos, Plakaten und Erinnerungen an Kindermuseumsbesuche seit der Eröffnung 1972 bestückt ist. Unsere Kinder nehmen begeistert auf alten Schulbänken eines historischen Klassenzimmers aus der Zeit um 1900 Platz und probieren auf Schiefertafeln die Sütterlinschrift aus. Daneben werden historische Spielzeuge, Spiele und Spielzeugtiere aus der Spielzeugsammlung präsentiert. In einem Schattenzimmer können Schattenschnitte erzeugt werden, mit denen hinter einer großen Leinwand Theater gespielt wird.

In der obersten Ebene des Museums, der Ebene 3, sind historische Spielräume untergebracht: ein Kolonialwarenladen, eine historische Drogerie und die Urgroßelternküche. Hier kann nach Herzenslust nachgespielt werden, wie man vor über 100 Jahren eingekauft, abgewogen, gekocht und gegessen hat. Weitere Kreativwerkstätten wie ein Malatelier, ein Computerlabor und eine Radiowerkstatt ergänzen das Angebot. In der Radiowerkstatt nehmen wir mit unseren Kindern ein Lied auf: Die Museumsmitarbeiterin bedient dazu ein Laptop und lässt uns kurze Interviews miteinander führen, die sie dann in ein Lied einbaut – eine echt witzige Idee. Der Clou: Als Erinnerung schickt uns die Mitarbeiterin im Anschluss eine Kopie "unseres" Liedes per E-Mail zu.

Insgesamt verbringen wir drei schöne Stunden im Museum und können beim Verlassen am Strahlen unserer Kinder erkennen, dass sich der Besuch sehr gelohnt hat.

Wir meinen:
Das Junge Museum Frankfurt ist eine tolle Einrichtung, um Kinder mit vergangenen Zeiten in Berührung zu bringen, in denen das Spielen und Arbeiten noch frei von Spielekonsolen, Computern oder gar Elektrizität war. Unseren Kindern hat die Reise "back to the roots" sehr viel Spaß gemacht, und auch uns Erwachsenen hat der Museumsbesuch gezeigt, wie viel ursprünglicher und rauer, aber auch kommunikativer der Alltag vor vielen Jahrzehnten war. Das Junge Museum Frankfurt ist auf jeden Fall einen Familienbesuch wert.
Mehr Links zum Thema:
Website des Museums

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